Handwerk fordert höhere Investitionen für moderne Bildungsstätten

Das Handwerk der Region Stuttgart hat bei der Vollversammlung die Politik aufgefordert, endlich die Hausaufgaben zu machen. Kammerpräsident Rainer Reichhold betonte am Montag in Stuttgart vor dem Parlament des Handwerks, dass es trotz der Haushaltsprobleme in Bund und Land größere und schnellere Investitionen in die Bildungsstätten des Handwerks brauche, um die junge Generation der handwerklichen Fachkräfte mit modernster Technik aus- und fortbilden zu können. „Wir können und wir wollen mehr Fachkräfte ausbilden, damit Energiewende und Digitalisierung gelingen. Dazu braucht es aber mehr und verlässliche Investitionshilfen für uns Bildungsträger“, so Kammerpräsident Reichhold. Unzufrieden zeigte sich Reichhold auch mit den undurchsichtigen und kurzlebigen Förderprogrammen aus Berlin, beispielsweise für Maßnahmen der Energiewende und das Bauen. „Die Vorgaben heben in keinster Weise die Investitionsbereitschaft der Kundschaft, weil keine Verlässlichkeit gegeben ist. Für das Handwerk ist es aber essenziell, dass wieder ein positives Signal zum Investieren vor allem für die Zukunftsbranche Bau nach außen gesendet wird.“

„Die Bildungsstätten des Handwerks müssen auf dem neuesten Stand der Technik sein. Nur moderne Lernorte sind attraktiv und funktionieren“, sagte Kammerpräsident Rainer Reichhold. „Wir bewegen uns aktuell aber in einem Investitionsstau.“ Vor diesem Hintergrund seien ausreichend Finanzierungsmittel für Investitionen in Bildungsstätten erforderlich. Es reiche nicht aus, dass die Zuschüsse auf dem Vorjahresniveau bleiben, sie müssten angehoben werden. Es müsse alles dafür getan werden, die Bildungsstätten modern zu halten und für die Herausforderungen der Energiewende auszurüsten. „Die Zukunftsaufgaben können wir nicht mit überholtem Wissen und alten Anlagen angehen“, so Reichhold. Gerade die beruflichen Bildungsstätten seien die Hochschulen des Handwerks, doch sie müssen ganz anders als Unis und Hochschulen um ihre finanzielle Ausstattung kämpfen. „Eine widersinnige Situation, da die Gesellschaft auf die handwerkliche Expertise und Arbeit angewiesen ist.“

Besonders getrübt sei aktuell die Stimmung im Bauhandwerk mit dem Bauhaupt- und dem Ausbaugewerbe. „Viele Betriebe plagen existenzbedrohende Sorgen, denn die drastisch gestiegenen Zinsen und Kosten für Baumaßnahmen haben einen Rückgang an neuen Aufträgen und große Verunsicherung zur Folge“, erläuterte Kammerpräsident Rainer Reichhold. Schon jetzt sei ein starker Einbruch bei den Baugenehmigungen erkennbar. Sind die vorhandenen Aufträge abgearbeitet, drohe ein drastischer Personal- und Kapazitätsabbau. „Dabei ist der Bedarf an Wohnraum und energetischen Gebäudesanierungen ungebrochen hoch, aber kaum noch finanzierbar“, so Reichhold. Wichtige Signale etwa zur Verbesserung der Förderkulisse und zur Baukostensenkung habe das im September 2023 vorgelegte Maßnahmenpaket der Bundesregierung gesendet: „Jetzt ist es notwendig, dass der vorgestellte „14-Punkte-Plan“ schnell und unkompliziert im Land und in den Kommunen umgesetzt wird.“ Außerdem seien weitere Maßnahmen dringend nötig, zum Beispiel die Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus oder der Förderprogramme.

Als Lichtblick des Jahres bezeichnete Reichhold das Plus bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen von 3,7 Prozent zum Ausbildungsbeginn im September dieses Jahres. Weit vorne bei den Berufswünschen liegen die Ausbildungsberufe im Klimabereich. Im Elektro-Handwerk und der Sanitär-Heizung-Klima-Branche gab es große Zuwächse.

Als ein Ärgernis der besonderen Art bezeichnete Kammerpräsident Reichhold die überbordende Bürokratie. Ihr solle nicht nur der Kampf angesagt werden, sie müsse endlich drastisch reduziert werden. „Wir reden und reden und reden – und nichts tut sich“, erklärte Rainer Reichhold. Das Handwerk fordert seit langem eine systematische Überprüfung und Reduzierung von Dokumentations- und Berichtspflichten. Außerdem sei ein Mitdenken des Verwaltungsvollzugs schon bei der Gesetzgebung angebracht. Reichhold: „Die Geduld des Handwerks ist am Ende.“ 

Der handwerkspolitische Bericht der Kammer ist hier zu finden: www.hwk-stuttgart.de/politik

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