Pflegerische Expertise muss in Krankenhausplanung integriert werden

Am zweiten Tag des Deutschen Krankenhaustages fand das Pflegeforum statt. Die Diskussionsteilnehmer stellten die Frage, ob die Zeitenwende für die Krankenhäuser eine Chance für Pflege und Pflegefachkräfte sein könne.

Dr. Sabine Berninger, Pflegedirektorin der KJF-Klinik Josefinum Augsburg, Vorsitzende des DBfK Südost und Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen Deutschlands stellte heraus, dass der Fachkräftemangel eine der Herausforderungen der Zukunft sei. Eine Chance, diesem Fachkräftemangel tatsächlich zu begegnen, mehr Kräfte anzuwerben, aber auch zu binden, wäre nur gegeben, wenn auch die Krankenhäuser sich ihrer eigenen Hausaufgaben bewusst wären. „Wir müssen die vorhandenen und auch brachliegenden Kompetenzen der Pflegefachpersonen nutzen und sie auch steigern. Ganz wichtig ist, dass die Pflege eigenständig und eigenverantwortlich arbeiten kann. Die Akademisierung ist zudem eine der großen Baustellen. Wir müssen bei der Bildung zu internationalen Standards aufschließen und eine deutlich höhere Quote akademisch qualifizierter Kolleginnen und Kollegen erzielen.“ Erfreulich sei, dass der Wissenschaftsrat im Oktober 2023 die Quote von 20 Prozent akademisierter Pflegekräfte bekräftigt habe und sich außerdem für die wissenschaftliche Disziplinbildung ausspricht. „Wir müssen nun die Chance der Krankenhausreform nutzen, um die Pflege zukunftsorientiert im Sinne unserer Patientinnen und Patienten aufzustellen“, so Berninger.

In der Diskussion, welche Perspektive Pflege habe und wer welche Krankenhausversorgung benötige, warf Franziska Berghoff, Referentin für pflegerische Versorgung im Krankenhaus des Deutschen Pflegerats einen Blick auf die Pflege und ihre Rolle in den neuen Strukturvorgaben der Krankenhausplanung. „Die pflegefachliche Expertise muss unbedingt in der Entwicklung und den Strukturvorgaben der Krankenhausreform fest integriert werden“, forderte die Referentin von den politischen Entscheidern.  

Unter dem Titel „Bedarf an Krankenhaus- und Pflegeleistungen“ betonte Professor Martina Hasseler von der Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften, dass der Wert von Pflege messbar sei. „Den Mehrwert der pflegefachlichen Leistung im Krankenhaus kann man ökonomisch und auch an Outcome-Parametern darstellen. Im Moment werden pflegefachliche Leistungen als Last verstanden. Hier braucht es einen Paradigmenwechsel, um Leistungen der Pflegefachberufe transparent zu machen und zu finanzieren“, so Hasseler.

Ingo Böing, Referent für Pflege im Krankenhaus des DBfK-Bundesverbandes blickte ganz konkret auf die aktuelle Debatte und auf die ursprünglichen Planungen zur Krankenhausreform und sah hier eine große Chance. „Die Kompetenzen der professionellen Pflege sind hervorragend geeignet, pflegegeleitete Kliniken zu implementieren. Die aktuelle Reform bietet eine großartige Chance, das zu realisieren. Diese Chance darf aber auf keinen Fall vertan werden.“

Detaillierte Informationen zum Kongressprogramm und weitere Informationen finden Sie unterwww.deutscher-krankenhaustag.de. Die kostenlosen Tickets für Besucher des 46. Deutschen Krankenhaustages sind über den Ticketshop der MEDICA erhältlich.

Über den Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.

Der Deutsche Krankenhaustag ist eine wichtige berufsgruppenübergreifende Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Ausrichter ist die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK). Gesellschafter sind: die Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG), der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD), der Verband leitender Krankenhausärztinnen und -ärzte e.V (VLK). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) in die Arbeit der GDK eingebunden.

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