Moorrenaturierung: Umweltminister Krischer besucht BUND-Mitmachprojekt im Dünnwalder Moor

 

  • Nasse Moore sind effektive Kohlenstoffspeicher und bieten Lebensräume für seltene Arten.
  • Moore halten Wasser in Dürrezeiten vor und reduzieren Hochwassergefahren.
  • Mit der Hilfe von Freiwilligen hat der BUND schon 30 Stauwerke in Entwässerungsgräben gebaut.

NRW-Landesumweltminister Oliver Krischer hat heute das Mitmachprojekt „Renaturierung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse“ des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Kölner Dünnwald besichtigt. Hier werden von Projektmitarbeitenden und Freiwilligen aus der Bevölkerung Entwässerungsgräben verschlossen, um die Moore zu renaturieren.

Wir machen Moore wieder nass!
Seit Jahrzehnten entwässern zahlreiche Gräben den Dünnwalder Moorwald. Auch viele andere Moore auf der Bergischen Heideterrasse sind durch Entwässerung geschädigt. Diese Lebensräume durch Wiedervernässung zu renaturieren, ist Ziel des Projekts. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesamt für Naturschutz und dem Bundesumweltministerium im Bundesprogramm Biologische Vielfalt sowie durch das Umweltministerium NRW. Denn intakte Moorlebensräume dienen dem Klimaschutz, dem Landschaftswasserhaushalt und sind Lebensgrundlage vieler bedrohter Pflanzen- und Tierarten.

Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND: „Die Wiedervernässung der Moore ist eine der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Ich freue mich, dass wir hier gemeinsam mit unseren Projektpartnern ein Vorzeigeprojekt umsetzen können, das Schule machen sollte. Aktiver Klimaschutz und die Erhöhung der biologischen Vielfalt gehen hier Hand in Hand.“

Schlag auf Schlag
Seit Wochen hallen Hammerschläge durch den Kölner Dünnwald. Dann ist das Projektteam mit Freiwilligen im Moorwald unterwegs und verschließt die Entwässerungsgräben durch Holzbauwerke. Projektkoordinatorin Alina Schulz vom BUND erklärt: „Natur- und Klimaschutz ist dann am effektivsten, wenn man ihn mit den Menschen vor Ort gestaltet. Mit vielen Freiwilligen haben wir schon schnell erste Erfolge erzielt. Aktiver Moorschutz macht auch Spaß.“

Hintergrund:
Der Naturraum Bergische Heideterrasse ist ein schmales Landschaftsband zwischen der Ruhr im Norden und der Sieg im Süden und zählt zur Großlandschaft Niederrheinische Bucht. Moortypische Biotope waren hier in der Vergangenheit weit verbreitet. Heute existieren noch zahlreiche, aber bedrohte und mehr oder minder geschädigte Standorte der ehemals ausgedehnten Moorlebensräume. Durch Renaturierung können die wichtigen Ökosystemleistungen von Mooren und der Schutz ihrer gefährdeten Arten gesichert werden.

Weltweit bedecken Moore drei Prozent der Landfläche – binden aber etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie die Biomasse aller Wälder der Erde zusammen. So sind nasse und intakte Moore effektive Klimaschützer. Ursprünglich umfassten die Moore in Deutschland eine Gesamtfläche in der Größe des Bundeslandes Sachsen. Durch Entwässerung und Abbau des Moorbodens (Torf) ist die Fläche auf die Größe des Bundeslandes Bremen geschrumpft. Intakte Moore sind wie Schwämme, die auch bei starkem Regen Wasser aufnehmen und bei Dürre langsam wieder abgeben. Dies stabilisiert den Landschaftswasserhaushalt.

Das Projekt „Renaturierung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse“ wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Zusätzliche Mittel werden vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen bereitgestellt. Das Finanzvolumen beträgt 1.668.000 Euro.

Weitere Informationen:
·        www.moore-nrw.de

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