Das Haus der Kulturen der Welt feiert das Finale von O Quilombismo

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) feiert das Finale von O Quilombismo: Von Widerstand und Beharren. Von Flucht als Angriff. Von alternativen demokratisch-egalitären politischen Philosophien mit einer Reihe von Führungen und Workshops, einer Abschlussparty und einer Performance von Oscar Murillos "Parque Industrial".

Am letzten Tag der Ausstellung wird auch das O Quilombismo Album veröffentlicht, eine visuelle Dokumentation des Wiedereröffnungswochenendes und der Ausstellung O Quilombismo mit über 100 Abbildungen und Installationsansichten.

Am Wochenende vom 2.–4. Juni öffnete das HKW mit O Quilombismo seine Türen unter der neuen Leitung von Intendant und Chefkurator Prof. Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung.
 
O Quilombismo lud Künstler*innen, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Menschen aus anderen Lebensbereichen dazu ein, auf der Basis verschiedener emanzipatorischer Initiativen in Vergangenheit und Gegenwart neue Formen des kulturellen und politischen Widerstands zu entwerfen. Ausgangspunkt des Projekts ist die Philosophie des quilombismo, wie sie vom brasilianischen Künstler, Schriftsteller und Politiker Abdias Nascimento (1914–2011) entwickelt wurde. Er definierte die quilombos – Siedlungen, die von befreiten, der Versklavung entflohenen Menschen gegründet wurden – als Gesellschaften der „brüderlichen und freien Wiedervereinigung; der Solidarität, des Zusammenlebens und der existenziellen Gemeinschaft“. Die Tradition des quilombistischen Widerstands zieht sich seit Beginn des 16. Jahrhunderts durch die Amerikas, als versklavte afrikanische Gruppen sich der europäischen Kolonisierung und Unterdrückung verweigerten und neue Formen der Staatlichkeit und Organisierung schufen. Zentral für die Ausstellung ist – mit der Schriftstellerin und Philosophin Sylvia Wynter gesprochen – die „Suche nach einem freien Raum, von wo aus die fortwährende Revolte gegen die kulturelle Kolonisierung zu führen ist“.
 
Die Gruppenausstellung mit über 70 künstlerischen Positionen erstreckte sich über die neu benannten Räume im Inneren des Hauses sowie die Gärten und Fahnenmasten des Außengeländes, den neu errichteten Architekturpavillon und die Dachterrassen.
Musik- und Tanzbegeisterte hatten die Möglichkeit, an den Bullerengue-Workshops teilzunehmen und die neue Festivalreihe Sonic Pluriverse auf der Paulette Nardal Terrasse zu erleben.
Während sich die wissenschaftsaffinen Besucher vom KI-Festival Ancestral Immediacies verzaubern ließen, wurden die Literaturliebhaber vom Middle Ground Festival und dem Internationalen Literaturpreis in den Bann gezogen.
An großer Beliebtheit erfreuen sich die neu initiierten HKW-Kinderbetreuungsprogramme im Lili Elbe Garten und die regelmäßig stattfindende Kinderdisko im Pavillon im Semra Ertan Garten.

Diese überwältigende Begeisterung machte O Quilombismo zu einem der beliebtesten Programme des HKW in den letzten 25 Jahren.

Am letzten Tag der Ausstellung O Quilombismo bedanken wir uns bei allen Künstler*innen, Mitarbeiter*innen, Kolleg*innen im HKW und vor allem beim Publikum, das die Ausstellung unterstützt hat.
Wir haben diese besondere Ausstellung in den Monaten nach der Wiedereröffnung des HKW gemeinsam bewohnt und versucht, voneinander zu lernen, wie ein Haus mit einer belasteten Geschichte zu einer Heimat für die vielen künstlerischen, klanglichen, politischen, intellektuellen und spirituellen Welten werden kann, die ausmachen, was Berlin ist. Zwischen Gärten, neu gestalteten Räumen und Akten der Performativität sind wir dankbar, eine kollektive Erfahrung von lebendiger Kultur entzündet zu haben – ein geselliges, durchlässiges und offenes Haus, das für die kommenden Jahre bereit ist.
 
Prof. Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung:
"Das unglaubliche Abenteuer O Quilombismo geht zu Ende, physisch, aber philosophisch bleibt es bei uns und wird diese Institution auch in den kommenden Jahren prägen. Es war ein Gefäß für viele unvergessliche Ereignisse, ein Ort des tiefen Lernens, des Austauschs und eine Quelle der Freude und der Verbundenheit. Wir danken und gratulieren allen Künstlern und Mitwirkenden, allen, die so hart gearbeitet haben, um dies möglich zu machen – und vor allem unseren Besuchern, die O Quilombismo mit so viel Neugier und Begeisterung erkundet haben. Vielen Dank.“

O Quilombismo wird von einem vielfältigen Vermittlungsangebot gerahmt. Die School of Quilombismo hat die Inhalte der Ausstellung aufgegriffen und in Formate jenseits eines Bildungskanons übersetzt. Als fortlaufendes Projekt wird sie sich auch in den kommenden Jahren in verschiedenen Formaten und Medien manifestieren.

Mehr Informationen:
hkw.de/quilombismo
hkw.de/actsofopening
hkw.de/congorama
hkw.de/pressphotos

­­­­­Partner

­O Quilombismo: Von Widerstand und Beharren. Von Flucht als Angriff. Von alternativen demokratisch-egalitären politischen Philosophien wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. In Zusammenarbeit mit der Calouste Gulbenkian Foundation im Rahmen des Programms PARTENARIATS GULBENKIAN zur Förderung portugiesischer und lusophoner Kunst in europäischen Kunstinstitutionen. Das HKW dankt dem IPEAFRO / Institut für afro-brasilianische Studien und Forschung für die Zusammenarbeit.­­­­­­­­­

Informationen zum Besuch

Öffnungszeiten
Mi.–Mo. 12:00–19:00
Freier Eintritt immer montags und jeden ersten Sonntag im Monat (Museumssonntag Berlin)
Längere Öffnungszeiten an Veranstaltungstagen
 
Kinderbetreuung
Das HKW bietet zu vielen Programmen kostenlose Kinderbetreuung an. Weitere Informationen auf hkw.de
 
Aktuelle Informationen zu Besuch und Zugänglichkeit. ­
 
Das Restaurant Weltwirtschaft ist täglich geöffnet. Unter der Woche von 12 bis 24 Uhr und am Wochenende von 10 bis 24 Uhr.

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