1. Pinselstrich vor 40 Jahren

Den ersten Pinselstrich auf die gigantische Leinwand mit den Ausmaßen von 14 Metern Höhe und 123 Metern Länge setzte der Leipziger Maler und Grafiker Werner Tübke am 16. August 1983. Er stand vor der Aufgabe, in absehbarer Zeit ein gewaltiges Kunstwerk zu vollenden – das Monumentalgemälde »Frühbürgerliche Revolution in Deutschland«. Anfänglich vom staatlichen Auftraggeber geplant als reines Schlachtenpanorama, orientierte Tübke von Anfang an auf eine rein künstlerische Lösung. Kein Geschichtstempel mit didaktisch illustrativen Vorgaben, sondern »hochqualifizierte Malerei« (Werner Tübke), erreicht durch absolute künstlerische Freiheit, war das Ziel.

Vorarbeiten

Sieben Jahre nach der Auftragsübernahme (1976), in denen er tief in die Materie eindrang und von 1979-81 die 1:10-Vorfassung schuf, sollte das Vorhaben nun in die Phase der endgültigen Ausführung gehen. Im Saal des zylindrischen Zweckbaus oberhalb der nordthüringischen Stadt Bad Frankenhausen waren alle Vorbereitungen getroffen. Die Leinwand, die 1,1 Tonnen wog, war gespannt, mit einer geheimnisumwitterten Grundierung alter russischer Ikonen auf eine jahrhundertelange Haltbarkeit konserviert und mit der 10-fach vergrößerten Konturenzeichnung der 1:10-Vorfassung versehen worden.

1. Pinselstrich im „Jüngsten Gericht“

Das »Abenteuer«, wie Werner Tübke es nennt, beginnt auf einem Gerüst in 14 Metern Höhe am oberen Bildrand. Dort im so genannten »Jüngsten Gericht«, wo ein unentwirrbarer Strudel menschlicher Gestalten in monochromem Farbton weit vom Betrachterauge entfernt ist, setzt Tübke den malerischen Maßstab für die noch folgenden acht Künstlerkollegen, die dem Meister nach alter Bauhüttengesinnung zu Seite stehen werden. Knapp die Hälfte des 1722 qm großen Gemäldes führt Tübke dabei alleine aus.

Das Opus Magnum

Nach einem knapp 12-jährigen Schaffensprozess ist im Oktober 1987 sein Opus Magnum vollendet, mit dem er Geschichte beschrieb und schrieb – ein epochales Gemälde des Umbruchs vom Spätmittelalter zur Neuzeit, aber auch ein universales, zeitloses Welttheater, in dem Grundthemen der Menschheit die unendliche Wiederkehr des Gleichen versinnbildlichen. Aus einem ideologisch intendierten Staatsauftrag machte das Leipziger Malergenie einen Selbstauftrag und setzte sich damit schließlich ein Denkmal im Panorama Museum, das mittlerweile über 3 Millionen Besucher zählen konnte.

Stellenwert des Panorama Museums

Die seit 2001 im sogenannten „Blaubuch des Bundes“ geführte national bedeutende Kultureinrichtung (kultureller Gedächtnisort) wurde 2011 mit dem „Europäischen Kulturerbe-Siegel“ ausgezeichnet und steht seit 2015 unter Denkmalschutz. Erst kürzlich hat sich der Freistaat Thüringen zum Erhalt und zur notwendigen Sanierung der baulichen Anlagen dieser einmaligen Kultureinrichtung bekannt.

(https://www.mdr.de/video/mdr-videos/f/video-745618.htm „MDR Thüringen Journal“ – Beitrag vom 12.08.2023)

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