Bürokratie bedroht die Patientenversorgung

Im Leitartikel der Dezember-Ausgabe 2022 des Bayerischen Ärzteblatts kritisiert Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), die ausufernde Bürokratie im deutschen Gesundheitswesen: „Fehlende Nachbesetzungen von Haus- und Facharztpraxen, Arbeitszeitverdichtungen in Kliniken, ärztlicher Personalmangel im Öffentlichen Gesundheitsdienst – jetzt schlagen Kinderärztinnen und -ärzte Alarm. Kinderkliniken und Praxen sind überfüllt. Ein weiteres Zeichen eines jahrelangen Kaputtsparens bewährter Strukturen und Folge unnötiger Bürokratie. Was ist morgen?“ Statt einer künftigen Generation von Ärztinnen und Ärzten, die es dringend in der Versorgung bräuchte, die notwendigen Studienplätze zu Verfügung zu stellen, wolle die Politik lieber das Angebot an digitalen Versorgungsformen und Gesundheitsanwendungen ausbauen. Nachhaltigkeit könne hierdurch kaum erzielt werden. Vielmehr werde unnötige Bürokratie geschaffen, die schnellstens abgeschafft gehöre.

Weitere Negativbeispiele seien die Umsetzung der 2021 in Kraft gesetzten Europäischen Verordnung über Medizinprodukte (MDR), die zu hohen Anforderungen bei der Marktzulassung von medizinischen Produkten führe, oder der Konnektorentausch in Arztpraxen, obwohl es funktionierende Software-Lösungen gebe. Vor einer verpflichtenden Einführung gesetzlich festgelegter Telematik-Infrastruktur-Anwendungen müsse deren Nutzen sowohl für die Patientenversorgung wie auch die Praxen und Kliniken durch eine ausreichende Erprobung sichergestellt und evaluiert sein. Jenseits der Bürokratie sei es dringend erforderlich, die Arzneimittelproduktion wieder nach Europa zurückzuverlagern. Es sei nicht hinzunehmen, dass fiebersenkende Medikamente oder Antibiotika nicht zur Verfügung stünden.

Quitterer fordert: „Das Kaputtsparen der Medizin muss ein Ende haben, wir brauchen mehr Studienplätze für Medizin, die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und endlich verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Berufsausübung. Der freie Beruf Arzt ist nicht verhandelbar, nicht für selbstständige und nicht für angestellte Ärzte. In diesem Sinne dürfen wir nicht nachlassen, für unsere Belange einzutreten und brauchen wieder eine starke Ärztevertretung.“

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