Kraftvoller, monolithischer Baukörper in München

 Im neuen Kreativ-Hotspot Werksviertel im Münchener Osten stellt der loftartige Bürokomplex „M8 Work & Create“ einen auffälligen Kontrapunkt zur gleichförmigen postmodernen Architektur in der Umgebung dar. Flexibilität in der Nutzung, zeitlose Ästhetik und neueste technische Erkenntnisse sind die Grundlage für einen langen Lebenszyklus des Gebäudes. Das Büro Oliv Architekten legte beim Entwurf ein Hauptaugenmerk auf die Ausgewogenheit zwischen ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Die historisierende Fassade mit Klinkern von Hagemeister und ausgeprägten Lisenen lehnt sich bewusst an die Gewerbearchitektur des 19. Jahrhunderts an.

Die Architektur des M8 (Mühldorfstraße 8) spannt den Bogen vom Industriebau über das Kontorhaus bis in die Neuzeit. Das monolithische Gebäude kennzeichnen eine vertikal geprägte, profilierte Klinkerfassade und eine doppelbogige Sockelzone über zwei Stockwerke. Die Verarbeitung mit Klinker stellt einen Bezug zur industriellen Vergangenheit des Münchner Stadtviertels Berg am Laim her. Hier gab es früher Lehmvorkommen und viele Ziegeleien. Die Herausforderung bestand darin, das Grundstück optimal zu bespielen und mit der Fassade einen Mehrwert für die Umwelt zu schaffen. Das Areal hat eine Größe von ca. 4.700 m² und liegt zwischen den Meisterschulen am Ostbahnhof und dem zukünftigen iCampus. Mit Seitenlängen von 76 m bzw. 46 m nutzt die Kubatur des Komplexes das Grundstück perfekt aus.

Ausgefeiltes Relief

Das M8 charakterisieren eine sorgfältige Proportionierung sowie eine feine Fassadengliederung. Diese Merkmale verleihen eine strenge Leichtigkeit. 44 Rundbögen fassen Erdgeschoss und erstes bergeschoss und harmonieren mit der horizontalen Betonung der Regelgeschosse. Die Gestaltung mit den rot-braunen Klinkern der Hagemeister-Sortierung „Arnheim BU“ in wechselseitiger Vermauerung und großen Fensterflächen interpretiert die traditionellen Klinkerfassaden neu. Fein gestaltete Lisenen in jeder Achse betonen das elegante Erscheinungsbild. Die Gebäudehülle wird durch das Material veredelt und erhält eine identitätsstiftende Architektur.

Nachhaltiger Baustoff

Die Langlebigkeit des Materials wurde unter Nachhaltigkeitsaspekten betrachtet, um für das Gebäude einen möglichst langen Lebenszyklus herzustellen. Mit dem Baustoff Klinker sind viele Formensprachen möglich und er passt sich gut an die modularen Achsabstände an. „Die Oberfläche, die Vielfalt der Pigmentierungen und das Gesamterscheinungsbild des Hagemeister-Ziegels entsprechen perfekt unseren architektonischen Leitideen und Anforderungen für die Fassade des M8. Aus technischen Gesichtspunkten waren die geringe Wasseraufnahmefähigkeit und die gute Eignung für den Einsatz mit WDVS ein Auswahlkriterium. Die Fassade ist beständig und zeitlos“, erläutert das Büro die Entscheidung für Klinker.

Nach außen wirkt das Gebäude geschlossen, im Innern empfängt die Besucher ein zweigeschossiges Foyer. Eine imposante Freitreppe führt zum innen liegenden, zentralen Hochgarten. Sichtbeton und schwarzer Stahl bestimmen die weitere Materialität, um einen minimalistischen Gegensatz zur Fassade zu setzen.

Das M8 hat die LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) Zertifizierung in Gold erhalten.

Projektdaten

Architektur: Oliv Architekten, München
Bauherr: Optima-Aegidius-Firmengruppe
Klinker: „Arnheim BU“
Format: NF (240x115x71 mm)
Verklinkerte Fassadenfläche: ca. 3.200 m²

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