Fleischlos glücklich

  • Es wurden 44 Produkte der Kategorien vegetarische/vegane Schnitzel, Nuggets, Frikadellen und Geschnetzeltes bezüglich Kennzeichnung, Zutaten und Nährwerten untersucht
  • Die Kennzeichnung der Produkte ist verständlicher geworden und entspricht weitgehend den Leitsätzen
  • Im Vergleich mit einem Marktcheck der Verbraucherzentralen aus 2017 werden weniger Lebensmittelzusatzstoffe und Salz eingesetzt

Der Fleischkonsum in Deutschland sinkt. Dementsprechend ist das Interesse an veganen und vegetarischen Ersatzprodukten wie veganen Schnitzeln groß, der Markt hierfür boomt. Deshalb untersuchte die Verbraucherzentrale Berlin in einem Marktcheck erneut vegane und vegetarische Fleischersatzprodukte. Wie sind die Kennzeichnung und der Gesundheitswert der Produkte einzuordnen? Was hat sich seit dem bundesweiten Marktcheck von 2017 geändert?

Überwiegend eindeutige Kennzeichnung der Fleischersatzprodukte

In einem vorangegangenen bundesweiten Marktcheck der Verbraucherzentralen zum Gesundheitswert und zur Transparenz der Kennzeichnung von veganen und vegetarischen Ersatzprodukten im Jahr 2017 wurden deutliche Mängel bei der Kennzeichnung der Ersatzprodukte festgestellt. Der aktuelle Marktcheck zeigt: Die Hersteller haben die Kritik der Verbraucherzentralen ernst genommen und die Kennzeichnung ihrer Fleischersatzprodukte weitgehend einheitlich, eindeutig und transparent gestaltet. Die Bezeichnung der Produkte entspricht größtenteils den Leitsätzen für vegane und vegetarische Lebensmittel mit Ähnlichkeit zu Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Die Ersatzbasis sowie der Hinweis auf den veganen beziehungsweise vegetarischen Charakter gemäß den Leitsätzen sind mehrheitlich im Hauptsichtfeld der Produkte zu finden. Informationen zur Herkunft der Ersatzbasis auf den Produkten sind leider nach wie vor eine Ausnahme, so dass Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt oft keine Möglichkeit haben, sich gezielt für regionale Zutaten zu entscheiden.

Gesundheitswert – Hersteller passen Salzgehalt der Fleischersatzprodukte an

Eine generelle Aussage zum Gesundheitswert veganer und vegetarischer Ersatzprodukte ist aufgrund der Variationsbreite der Zusammensetzung nicht möglich. Nicht alle Produkte, die für eine vegetarische oder vegane Ernährung angeboten werden, sind automatisch gesünder als entsprechende Fleischprodukte. Wie bei allen industriell hergestellten Lebensmitteln ist ein Blick auf die Zutatenliste und die Nährwerttabelle hilfreich. Positiv hervorzuheben ist der im Vergleich zu 2017 reduzierte Salzgehalt der Fleischersatzprodukte. Trotzdem sind die Ersatzprodukte hoch verarbeitet und sollten deshalb nicht täglich auf dem Teller landen.

Vermeintlich natürliche Zutaten wie Pflanzenfasern können Lebensmittelzusatzstoffe ersetzen

Ganz ohne Lebensmittelzusatzstoffe kommen nur wenige Fleischersatzprodukte aus. Die Anzahl an verwendeten Lebensmittelzusatzstoffen divergiert sehr stark zwischen den einzelnen Produkten. Insgesamt haben die Hersteller den Wunsch der Verbraucher nach weniger Zusatzstoffen umgesetzt. Im Vergleich zu 2017 wurden bei den Ersatzprodukten im aktuellen Marktcheck weniger Lebensmittelzusatzstoffe verwendet. Dafür enthalten einige Fleischersatzprodukte vermeintlich natürlich klingende, hochverarbeitete Zutaten wie Bambusfasern, Citrusfasern und Haferspelzfaser. Diese Pflanzenfasern (funktionale Additive) erfüllen ähnliche Zwecke wie strukturgebende und wasserbindende Lebensmittelzusatzstoffe (z. B. Verdickungsmittel), müssen jedoch nicht als solche gekennzeichnet werden, sofern sie nicht hauptsächlich aus technologischen Zwecken eingesetzt werden. Sie ermöglichen Herstellern, ihre Produkte mit weniger Zusatzstoffen zu bewerben. Ob es sich um einen deklarierungspflichtigen Lebensmittelzusatzstoff handelt oder um eine Zutat, die hauptsächlich aus ernährungsphysiologischen Zwecken eingesetzt wird und nebenbei auch strukturgebende Eigenschaften hat, ist im Einzelfall zu beurteilen.

Mangelnde Informationen zur Haltungsform von Legehennen

Für Verbraucher, die aus ethischen Motiven zu vegetarischen Fleischersatzprodukten mit Eibestandteilen greifen, kann eine Information zur Haltungsform von Legehennen hilfreich sein. Die Ergebnisse des Marktchecks zeigen jedoch: Dies ist nur bei etwa zwei Dritteln der vegetarischen Ersatzprodukte auf freiwilliger Basis klar gekennzeichnet.

Forderungen: Mehr Transparenz

Damit Verbraucher informiert entscheiden können, sollten Hersteller die Herkunft der Fleischersatzbasis auf der Verpackung kennzeichnen. Eine freiwillige Angabe im Zutatenverzeichnis wie „strukturgebende Zutat“ wäre denkbar und wünschenswert, um Verbrauchern den zusätzlichen Zweck der Beimischung verschiedener Pflanzenfasern verständlich zu machen. Außerdem fordert Lena Mier, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Berlin: „Bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Fleischersatzprodukten, bei denen Eier als Zutat verwendet werden, muss die Kennzeichnung der Haltungsform der Legehennen endlich verpflichtend erfolgen, da Tierschutz und Ethik für Verbraucherinnen und Verbraucher wichtige Kaufmotive im Zusammenhang mit Ersatzprodukten darstellen.“ Bis dahin sollten Hersteller von Fleischersatzprodukten dies freiwillig deklarieren.

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