Höhere Inflation und langsameres Wachstum. Keine neue Ankündigung vor Dezember

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihre Pressekonferenz am 28. Oktober ab. Es wird erwartet, dass der EZB-Rat seinen akkommodierenden Ton beibehält, um die günstigen Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten und die Erwartungen auf eine baldige Zinserhöhung zu bremsen.

Unsere Erwartungen:

  • Die EZB wird die Höhe der Leitzinsen, ihre Forward Guidance, das Tempo ihres Pandemie-Notkaufprogramms (PEPP), ihre Ankäufe im Rahmen des Asset Purchase Programme (APP), die Reinvestitionspolitik und die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte bestätigen.
  • Präsidentin Lagarde wird auf die im Juli bekräftigte Forward Guidance verweisen, bevor sie auf die erste Zinserhöhung in der Eurozone hinweist, die noch weit in der Zukunft liegen dürfte.
  • Während die Risiken weiterhin steigen, wird sie auch bekräftigen, dass der Inflationsschub, der durch Lieferkettenprobleme, insbesondere bei Lebensmitteln und Energie, ausgelöst wurde, nur vorübergehend ist und dass der derzeitige Inflationsanstieg mittelfristig abklingen dürfte. Dennoch wird die EZB die Zweitrundeneffekte (Lohninflation) weiterhin sehr genau beobachten.

Wir erwarten nicht viele Informationen zur Strategie der EZB nach Dezember 2021, d. h. inwieweit die EZB nach dem PEPP im Rahmen des APP oder der gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) noch Flexibilität beim Ankauf von Vermögenswerten haben wird. Alles in allem wird diese EZB-Sitzung voraussichtlich ereignislos verlaufen. Im Dezember hingegen dürften wir eine Aktualisierung der makroökonomischen Prognosen (mit neuen Hochrechnungen für 2024) erhalten.

Wir glauben, dass eine gemäßigte Ankündigung der Forward Guidance die Zinssätze am vorderen Ende nach unten drücken könnte.

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