E-Fahrzeugbrände: Zeit für den „Tunnelblick“

Mit gleich zwei verheerenden Bränden von Alpen-Straßentunneln ging 1999 als denkwürdiges Jahr in die Geschichte ein. Am 24. März verursachte ein mit Mehl und Margarine beladener LKW im Montblanc-Tunnel ein Inferno, das 39 Menschenleben forderte. Am 29. Mai dann wurde im Tauerntunnel der Brand eines mit Lackfarben beladenen Lastwagens 12 Menschen zum Verhängnis. Seither hat sich bei der Sicherheit von Tunneln viel getan. Dazu beigetragen hat auch die 2004 verabschiedete sogenannte EU-Tunnelrichtlinie. Fährt die Angst also nicht mehr länger mit?

Der Bericht zur ADAC-Tunnel-Inspektion 2020 taugte nicht unbedingt zur Beruhigung. Zur Schlagzeile verkürzt lautete das Fazit: „Die Hälfte fällt durch“. Dabei zeigten sich große nationale Unterschiede. Im Gegensatz zu Italien (hier hatten nicht weniger als sieben der getesteten Tunnel erhebliche Sicherheitsrisiken) hat Österreich offenbar aus der Vergangenheit gelernt und seine Tunnel „vorbildlich“ saniert, wie es die Münchener formulierten. Die Diskrepanzen werfen natürlich Schatten auf die Bemühungen um die weitere Harmonisierung der Lebensverhältnisse in der EU. Vor allem aber sind zögerliche Investitionen in die Sicherheit im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel mit dem Feuer.

Was passiert, wenn E-Fahrzeuge im Tunnel brennen?

Zeitgleich mit der Fortentwicklung der Sicherheitstechnik steht die Fahrzeugtechnik gerade am Beginn einer Revolution. Schon seit einiger Zeit richtet sich daher der Fokus vermehrt auf die Brandgefahr von Elektrofahrzeugen. Im Zusammenhang mit Tunneln drängt sich diese Frage ganz besonders auf, da hier die Bedingungen für die Feuerwehren ungleich schwerer sind als im normalen Straßenverkehr über Tage. Weil zudem das Wissen um das Verhalten von verunfallten E-Fahrzeugen insgesamt ausbaufähig ist, widmen sich immer mehr wissenschaftliche Projekte dieser Frage.

Eine jüngst von der TU Graz, der Montanuniversität Leoben, dem Österreichischen Bundesfeuerwehrverband und dem Beratungsunternehmen ILF Consulting Engineers Austria unter dem Namen BRAFA (Brandauswirkungen von Fahrzeugen mit alternativen Antriebssystemen) gemeinsam durchgeführte Untersuchung kam zu einem interessanten Ergebnis. Das Ziel war zu klären, was passiert, wenn E-Fahrzeuge im Tunnel brennen, welchen Gefahren Insassen und Einsatzkräfte ausgesetzt sind und wie die Löschung aussehen muss. Indem man im Tunnelforschungszentrum der Montanuniversität elektrische Fahrzeuge neuester Bauart in Brand setzte, fand man heraus, dass von E-Autos, trotzdem die Wärmefreisetzungsrate leicht höher ausfällt, kein wesentlich kritischer zu bewertendes Gefahrenpotenzial ausgeht als von Verbrennern. Anders sieht es aus bei Elektro-LKW. Hier sieht man zusätzlichen Forschungsbedarf, bevor eine abschließende Bewertung möglich ist.

Batterien sicherer machen

Längst nicht abgeschlossen ist ebenso die Batterieentwicklung. Gemessen an der langen Evolution der Verbrennungsmotoren steckt sie quasi noch in den Kinderschuhen. Gegenwärtig befinden sich zahlreiche neue Batterie-Technologien in der Erprobung. Für die Zukunft versprechen sie neben der Steigerung der Reichweite von Elektroautos eine verbesserte Sicherheit. Das HDT begleitet den Reifeprozess seit Jahren und bringt beispielsweise im Rahmen seines Online-Seminars „Batterien der nächsten Generation: Chancen und Herausforderungen“ Fachleute aus Wissenschaft und Industrie zusammen, um den neuesten Stand in Sachen Festkörper-Lithium-Batterien, Lithium-Schwefel-Batterien und Natrium-Batterien zu diskutieren.

Das online und als Präsenzveranstaltung stattfindende Seminar „Sichere Lithium-Ionen-Batterien im Automobil“ wiederum vermittelt die prinzipiellen Risiken und Gefahren der derzeit für die Elektromobilität unverzichtbaren Batterieart sowie die Voraussetzungen für den gefahrlosen Umgang und die sichere Nutzung, wozu der Schutz gegen Stromschlag und Aspekte wie chemische Reaktionen und thermische Überhitzung durch Brände gehören. Leitlinien zum praxisnahen sicheren Umgang mit Lithium-Ionen- und Lithium-Metall-Batterien und Empfehlungen für Praktiker präsentiert außerdem das neue Online-Seminar „Lithium-Ionen-Batterien – Sicherer Umgang im Arbeitsumfeld und der täglichen Praxis“.

Brandschutzkonzeption für Tunnel

Brennt es erst einmal ist es … noch lange nicht zu spät. Zumindest, wenn Einsatzkräfte über entsprechendes Know-how im Umgang mit Elektroautos bei Unfällen und Bränden verfügen. Das HDT bereitet sie gezielt auf den Ernstfall vor. Im Seminar „Brände von Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen kontrollieren, eindämmen und vorbeugen“ zum Beispiel. Konkret geht es insbesondere um die Brandschutzkonzeption für Tunnel und Parkhäuser. Die Veranstaltung ist offiziell (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes) mit 16 Unterrichtseinheiten anerkannt.

Welche Anforderungen an E-Fahrzeuge hinsichtlich der Unfallsicherheit grundsätzlich zu stellen sind und welche Crashkonzepte, Normen und Standards es gibt, erläutert schließlich das Seminar „Crashanforderungen und Sicherheitskonzepte für Elektrofahrzeuge“. Nach Besuch des Seminars (Online-Teilnahme möglich) sind die Teilnehmenden in der Lage, Testmethoden und Absicherungskonzepte anzuwenden und Entwicklungsstrategien zielgerichtet zu verfolgen.

Detaillierte Informationen zu allen Veranstaltungen finden Interessierte auf der Website des HDT:

Batterien der nächsten Generation: Chancen und Herausforderungen

https://www.hdt.de/batterien-der-naechsten-generation-chancen-und-herausforderungen-h010042805

Sichere Lithium-Ionen-Batterien im Automobil

https://www.hdt.de/sichere-lithium-ionen-batterien-im-automobil-h010043499

Lithium-Ionen-Batterien – Sicherer Umgang im Arbeitsumfeld und der täglichen Praxis

https://www.hdt.de/lithium-ionen-batterien-sicherer-umgang-im-arbeitsumfeld-und-der-taeglichen-praxis-1036

Brände von Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen kontrollieren, eindämmen und vorbeugen

https://www.hdt.de/braende-von-lithium-ionen-batterien-in-elektrofahrzeugen-kontrollieren-eindaemmen-und-vorbeugen-1021

Crashanforderungen und Sicherheitskonzepte für Elektrofahrzeuge

https://www.hdt.de/crashanforderungen-und-sicherheitskonzepte-fuer-elektrofahrzeuge-h030035989

Eine Gesamtübersicht mit allen Veranstaltungen zur Elektromobilität und Batterietechnik des HDT ist außerdem hier zu finden:

https://www.hdt.de/seminare-workshops/automotive/elektromobilitaetbatterietechnik/

 

Über Haus der Technik e. V.

Das HDT begleitet Menschen und Unternehmen individuell in die wissensbasierte Arbeitswelt von morgen. Mit professionellem Praxis-Know-how und beraterischer Expertise gibt Deutschlands ältestes technisches Weiterbildungsinstitut seit über 90 Jahren die richtigen Impulse, um im Wettbewerb den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Als die gefragte Plattform für Innovation durch Wissenstransfer bietet das HDT ein beispielhaft breit gefächertes Weiterbildungsprogramm an, das sich von fachspezifischen Seminaren und Inhouse-Workshops über interdisziplinäre Tagungen bis hin zu zertifizierten Lehrgängen und Bildungsabschlüssen erstreckt. Dabei arbeitet das HDT traditionell eng mit ausgesuchten Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen aus dem In- und Ausland zusammen.

Unter der Marke hdt+ bündelt das HDT seit einiger Zeit sein digitales Weiterbildungsangebot. Hochwertige Online-Seminare sowie Hybridformate, bei denen sich Teilnehmer online live zu einem Seminar oder einer Tagung dazuschalten können, liefern exklusiv sofort anwendbares Praxiswissen aus erster Hand – direkt bis an den Arbeitsplatz. Der digitale Campus hdt+ bietet gegenüber gegenüber klassischen Seminaren und sonstigen konventionellen Weiterbildungsmaßnahmen viele messbare Vorteile. Der Wegfall von Reise- und Übernachtungskosten ist nur einer davon.

 
Als bedeutendes Kongresszentrum bildet das Stammhaus des HDT, das Essener Haus der Technik, darüber hinaus seit Jahrzehnten den perfekten Rahmen für Firmenveranstaltungen, Betriebsversammlungen, Messen und Roadshows. Räume unterschiedlichster Größe mit bis zu 600 Sitzplätzen, eine 500 m² große Multifunktionsfläche sowie Ausstellungsflächen von 300 m² warten mit modernster Medien- und Beleuchtungstechnik auf. Organisation und Service inklusive Top-Catering lassen keine Wünsche offen und machen jedes Event zum unvergesslichen Ereignis.

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