Das Stadtmuseum Dresden erhält für das Carl-Maria-von-Weber-Museum eine Schenkung von Briefen und Dokumenten von Weber, Spohr, Tieck und Reger

Das Stadtmuseum Dresden hat für das Carl-Maria-von-Weber-Museum aus einem privaten Nachlass ein Konvolut aus Dokumenten und Briefen erhalten, die sich ursprünglich im Besitz von Bernhard Hausmann (1784-1873) befanden. Der Fabrikant prägte als engagierter Bürger Anfang des 19. Jahrhunderts maßgeblich die Entwicklung der Stadt Hannover mit. Aus einer alten Beamtenfamilie stammend, übernahm er 19-jährig das Seiden- und Tuchhandelsgeschäft seines Vaters, das er weiter ausbaute. Musikalisch talentiert, spielte Hausmann nahezu perfekt Geige und wurde zum Sammler außergewöhnlicher Geigen – er besaß u. a. zwei Stradivaris. Er engagierte sich im städtischen Konzertwesen, wirkte selbst bei Konzerten mit und korrespondierte mit zahlreichen Künstlern seiner Zeit. Dazu gehören auch Carl Maria von Weber (1786-1826) und Louis Spohr (1784-1859). Hausmann war zudem als Kunstsammler bekannt. Hausmann besuchte mehrfach Dresden, wo seine Aufmerksamkeit der Gemäldegalerie galt.

Unter den Dokumenten finden sich zehn Empfehlungsschreiben aus dem Jahr 1820 für Carl Maria von Weber, u. a. von Carl Graf von Brühl (1772-1837) und dem Leipziger Kaufmann Carl Friedrich Weiße (1781-1836), die Weber in Hannover helfen sollten, während der Durchreise nach Kopenhagen Konzerte zu geben und in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Derartige Empfehlungs- und Referenz-schreiben waren im 18. und 19. Jahrhundert üblich und stellten die Eintrittskarte in die jeweiligen gesellschaftlichen Kreise einer Stadt dar. Vor allem Künstler profitierten von den Referenzen bekannter Persönlichkeiten und konnten mit ihrer Hilfe eine gewisse Reputation nachweisen. Weber hinterließ die Schreiben mit einem Brief bei Bernhard Hausmann in Hannover zur Aufbewahrung, den er zuvor in Braunschweig kennengelernt hatte. Deprimiert schrieb Weber am 25. August 1820 an Friedrich Kind, den Dichter des „Freischütz“: „In Hanover d. 19. August gings durchaus recht fatal. Wir beide krank. Ramberg krank, v. Knipphausen nicht da. Herzog von Cambridge nicht da. Dr. Blumenhagen nicht getroffen etc. etc. kein Theater, keine Künstler, desto mehr Regen.“

Die Tatsache, dass Carl Maria von Weber 1820 allein für Hannover zehn Empfehlungsschreiben bei Bernhard Hausmann hinterließ, verdeutlicht, welcher Stellenwert diesen Schreiben beigemessen wurde. Weber hat von diesen Referenzen in Hannover allerdings später nie Gebrauch gemacht und so verblieben sie im Besitz von Hausmann. Diese Briefe sind bereits bekannt und wurden in der Carl-Maria- von-Weber-Gesamtausgabe veröffentlicht.

Des Weiteren befinden sich im Konvolut ein Brief von Ludwig Tieck (1773-1853), den Hausmann mehrfach in Dresden besuchte, 30 Briefe des Komponisten Louis Spohr (1784-1859) und ein Brief von Max Reger (1873-1916).
Bernhard Hausmann verband eine lebenslange Freundschaft mit dem Komponisten und Geiger Louis Spohr. Spohr lebte 1821 in Dresden, um hier die Ausbildung seiner Töchter zu Sängerinnen voranzutreiben. Die 30 Briefe von Louis Spohr, die höchstwahrscheinlich bisher nicht bekannt waren, ermöglichen einen eindrucksvollen Einblick in das Leben des Komponisten, der ebenfalls mit Carl Maria von Weber befreundet war und 1821 eine Zeitlang in Dresden lebte. Spohr äußert sich über Zeitgenossen wie Nicolo Paganini oder die Sängerin Henriette Sonntag; auch private Belange werden angesprochen.

Insgesamt bilden die Dokumente und Briefe durch die zahlreichen Querverweise und Beurteilungen von Zeitgenossen eine sehenswerte Quelle. Das Stadtmuseum zeigt die Dokumente in einer Sondervitrine im öffentlich zugänglichen Café des Landhauses und wird sie zudem online veröffentlichen.

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Eintritt

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