Familien mit beeinträchtigten Kindern: Worin bestehen ihre Bedarfe in Ausnahmesituationen wie der COVID-19-Pandemie?

Die bereits seit mehr als einem Jahr andauernde COVID-19 Pandemie stellt alle Familien vor Herausforderungen. Dabei sind Familien mit beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen in besonderem Maße betroffen. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und das Inclusion Technology Lab Berlin wollen mit einer Umfrage herausfinden, wie sich die Situation von Familien mit beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen während des bisher längsten Corona-Lockdowns von Dezember 2020 bis Mai 2021 entwickelt hat.

Das Fraunhofer FIT und das Inclusion Technology Lab Berlin befragen Familien mit beeinträchtigten Kindern, also Familien, deren Kinder einen besonderen Unterstützungsbedarf haben oder an einer chronischen Erkrankung leiden – körperlich, psychisch oder sozial emotional. In dieser Befragung geht es um die Situation der Familien im bisher längsten Corona-Lockdown von Dezember 2020 bis Mai 2021 und um ihre spezifischen Bedarfe. Ziel der Befragung ist es, dass die Bedarfe von Familien mit beeinträchtigten Kindern in möglichen zukünftigen Ausnahmesituationen stärker berücksichtigt werden können. Dabei soll insbesondere der Bedarf an Bildung und Betreuung sowie an therapeutischen und medizinischen Behandlungen betrachtet werden. Außerdem werden auch die Palliativversorgung sowie telemedizinische Angebote in die Untersuchung mit einbezogen.

Um Familien mit beeinträchtigten Kindern zukünftig besser zu unterstützen zu können, werden die Erkenntnisse der Befragung dem Bundesfamilienministerium zur Verfügung gestellt und gleichzeitig einer breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht. Zudem besteht ein Austausch mit weiteren wissenschaftlichen Institutionen, die sich mit verwandten Fragestellungen beschäftigen, etwa mit der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Universitätsklinikum Freiburg. Die gebündelten Erkenntnisse sollen als Grundlage für bedarfsgerechte politische Entscheidungen dienen.

Die Befragung ist die dritte in einer Folge von Studien des Fraunhofer FIT und des Inclusion Technology Lab Berlin.

Die erste Befragung fand bereits im Frühjahr 2020 statt, eine zweite folgte im Spätsommer 2020. Die Berichte zu den bisherigen Befragungen finden sich hier. Die bereits abgeschlossenen Befragungen kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Corona-bedingte Lage in und außerhalb von Lockdown-Phasen für Familien mit beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen als besondere Herausforderung erwiesen hat. Neben ihrer Berufstätigkeit mussten betroffene Eltern zusätzliche Aufgaben der Betreuung, Pflege und Therapie übernehmen und fühlten sich in der Ausnahmesituation allein gelassen. Außerdem wurde gezeigt, dass sich Kontaktbeschränkungen und Schließungen professioneller Betreuungsangebote teilweise negativ auf die Entwicklung der Kinder ausgewirkt haben.

Die aktuelle Befragung ist vom 1. Juli 2021 bis zum 31. August 2021 online. Zur Umfrage: https://s.fhg.de/beeintraechtigte-kindern-covid-19

Die Befragung richtet sich an Eltern oder Betreuungspersonen, die mit beeinträchtigten Kindern oder Jugendlichen in einem Haushalt leben. 

Bei Interesse an den Ergebnissen der Befragung, kann der Ergebnisbericht ab dem 31. Oktober 2021 kostenlos unter dem oben angegebenen Link oder www.inclusion-tech-lab.org heruntergeladen werden. Eine Teilnahme an der Befragung ist hierfür nicht notwendig.

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