„Ethisch-nachhaltig investieren“

Die 2015 erschienene Orientierungshilfe Ethisch-nachhaltig investieren ist heute (13. Juli 2021) in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung veröffentlicht worden. Das Dokument wird gemeinsam von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) herausgegeben.

Die Orientierungshilfe soll Finanzverantwortliche in kirchlichen Einrichtungen dabei unterstützen, ihre Finanzmittel unter Berücksichtigung ethischer und nachhaltiger Kriterien anzulegen. Sie gibt Denkanstöße zu diesem wichtigen Themenbereich und praktische Hinweise zur Umsetzung einer ethisch und nachhaltig orientierten Anlagepolitik. Ethische Maßstäbe sind insbesondere der Schutz des menschlichen Lebens, die Einhaltung und Förderung der Menschenrechte, die Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern und die Bewahrung der natürlichen Umwelt. Die überarbeitete Auflage greift dazu auch explizit die wichtigen Impulse des Pariser Klimaabkommens und der „Globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen auf, die einen maßgeblichen Rahmen für ethisch-nachhaltiges Investment auch im kirchlichen Bereich bilden.

Im Vorwort erklären der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, und der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, dass die Kirche in Deutschland eine vielfache Verantwortung für Menschen und Einrichtungen trägt: „Diese Verantwortung nimmt sie auch für und mit den ihr zur Verfügung stehenden Finanzmitteln wahr. In den zurückliegenden Jahren hat es immer wieder öffentliche Diskussionen über das finanzielle Engagement der Kirche gegeben. Inzwischen prägen Transparenz, Verständlichkeit und perspektivisches Handeln die Arbeit der Kirche in finanziellen Angelegenheiten. Dazu gehört auch eine Verantwortung für ethisch-nachhaltiges Investieren.“

Die Frage eines nachhaltigen und ethisch verantwortbaren Kompasses für den Menschen unterstreiche auch Papst Franziskus in der Enzyklika Laudato siʼ. Ein Investment, so Bischof Bätzing und Thomas Sternberg, müsse zuerst den Menschen und dann die Rendite in den Blick nehmen. Das Wort von Papst Franziskus, „Das Geld muss dienen und nicht regieren!“, sei letztlich der Grundsatz einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung des Menschen. Das gelte auch für alle Finanzverantwortlichen in den Pfarrgemeinden, (Erz-)Bistümern, caritativen Einrichtungen, Verbänden, Stiftungen, Hilfswerken und kirchlichen Banken. „Sie sind dafür sensibilisiert, ob und wie die kirchlichen Geldanlagen dem Menschen dienen. Ethisch-nachhaltiges Investment bietet der Kirche viele Möglichkeiten. Es ist eine Form professioneller Vermögensverwaltung, die ethische Kriterien miteinbezieht“, so Thomas Sternberg und Bischof Bätzing.

Die Orientierungshilfe beschreibt in den ersten beiden Kapiteln, unter welchen Vorzeichen sich kirchliche Einrichtungen auf den Weg zum ethisch-nachhaltigen Investment begeben. Das dritte Kapitel stellt Bausteine vor, die ein solches Investment ausmachen. Im vierten Kapitel werden acht konkrete Schritte zum ethisch-nachhaltigen Investment benannt. Das fünfte Kapitel zeigt auf, dass dieses Investment den wachsenden Anforderungen an Glaubwürdigkeit und Transparenz im Umgang der Kirche mit ihrem Geld gerecht werden kann.

Mit Blick auf die heutige Veröffentlichung betonen Thomas Sternberg und Bischof Bätzing: „In der Regel ist für den Einzelnen kaum zu erkennen, welche wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen Geldanlagen haben. Diese Auswirkungen können von spezialisierten Finanzdienstleistern analysiert, nach ethischen Kriterien bewertet und – wie die klassischen Anlageziele Liquidität, Sicherheit und Rendite – bei Anlageentscheidungen mitberücksichtigt werden.“ Der gemeinsame Nenner aller kirchlichen Investitionen sei – ganz im Sinne von Papst Franziskus – eine solide Finanzierung kirchlicher Aufgaben und die Ausrichtung auf den Menschen hin. „Damit ist der Weg für ethisch-nachhaltiges Investment vorgegeben“, so Thomas Sternberg und Bischof Bätzing.

Die Idee der Orientierungshilfe geht auf eine Anregung der Gemeinsamen Konferenz von Deutscher Bischofskonferenz und ZdK zurück. Bereits bei der ersten Veröffentlichung 2015 und auch jetzt haben Finanzexperten aus den Diözesen, Kirchenbanken, Orden, Hilfswerken und Verbänden Anregungen gegeben. Die Orientierungshilfe wurde in den Gremien des Verbandes der Diözesen Deutschlands und des ZdK verabschiedet. Die Unterkommission „Ethisch-nachhaltiges Investment“ der Finanzkommission des Verbandes der Diözesen Deutschlands hat dann die grundlegende Aktualisierung und Überarbeitung der Orientierungshilfe vorgenommen.

Hinweise:

Die Orientierungshilfe ist als pdf-Datei unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen und unter www.zdk.de verfügbar und kann auch als Broschüre bestellt werden.

Auf den Sozialen Medien von Deutscher Bischofskonferenz und ZdK finden Sie Kurzstatements von Bischof Dr. Georg Bätzing und Prof. Dr. Thomas Sternberg.

Diese Pressemitteilung wird von den Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz und des ZdK zeitgleich verschickt. Mehrfachsendungen bitten wir zu entschuldigen.

Über Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen des Laienapostolates und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft. Entsprechend dem Dekret des II. Vatikanischen Konzils über das Apostolat der Laien (Nr. 26) ist das ZdK das von der Deutschen Bischofskonferenz anerkannte Organ, das die Kräfte des Laienapostolats koordiniert und das die apostolische Tätigkeit der Kirche fördern soll. Die Mitglieder des Zentralkomitees fassen ihre Entschlüsse in eigener Verantwortung und sind dabei von Beschlüssen anderer Gremien unabhängig.

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