Agrar und Ernährung: Die Saat der Nachhaltigkeit aufgehen lassen

Es wird immer deutlicher, dass die Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Epizentrum der Nachhaltigkeitsproblematiken steht. Dies sollte Investoren jedoch nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil, denn diese Herausforderungen können zu einer Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten führen: Die Agrar-Nahrungsmittel-Wertschöpfungskette profitiert eindeutig von strukturellen Trends, wie der wachsenden Mittelschicht oder der Industrialisierung der Proteinindustrie in Asien. In einer Welt, in der die Inflation allmählich anzieht, bietet der Agrar- bzw. Nahrungsmittelsektor gute Eigenschaften zur Inflationsabsicherung.

Obwohl der Begriff „Agrar-Nahrungsmittel“ etwas restriktiv erscheinen mag, um eine große Diversifizierung innerhalb des Themas zu ermöglichen, umfasst er tatsächlich eine überraschend große Bandbreite an verschiedenen Unternehmen und Sektoren. Grob gesagt lässt sich die Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft in drei verschiedene Segmente unterteilen: Upstream (Plantagenbetriebe/Landtechnologie), Midstream (Logistik/Verarbeitung oder Verpackung) und Downstream (Lebensmitteltechnologie/Proteinproduktion/nachgelagerte Lebensmittelindustrie). Innerhalb dieser drei Segmente der Wertschöpfungskette lässt es sich in verschiedene Themen und Unterthemen investieren. Mit einem Top-Down-Ansatz und einem Fokus auf fundamentale und wertbestimmende ESG-Erfolgsfaktoren lassen sich zahlreiche interessante Unternehmen in diesem Themenkomplex identifizieren.

Es versteht sich von selbst, dass der versierte Investor bei der Auswahl der besten Unternehmen für sein Portfolio auch nach Wachstumstreibern und potenziellen Verbindlichkeiten Ausschau halten sollte. Eine der größten Herausforderungen für die Agrar- und Lebensmittel-Wertschöpfungskette ist der globale Druck, sich mit ökologischen und sozialen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Der Upstream-Bereich der Wertschöpfungskette steht vor allem vor einigen wichtigen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Reduzierung der Treibhausgasemissionen (Landnutzung und Methanemissionen aus der Viehhaltung), die eines der wichtigsten Umweltthemen in der Wertschöpfungskette darstellen. Außerdem wächst die Bevölkerung und mit ihr die mittlere Einkommensklasse. Daher ist die Ernährung einer wachsenden und wohlhabenderen Bevölkerung eine gewaltige Aufgabe, wenn die Treibhausgasemissionen reduziert werden sollen. Hinzu kommt, dass der Schritt in Richtung Nachhaltigkeit nicht mehr nur eine ethische oder moralische Verpflichtung ist, sondern auf globaler Ebene zunehmend rechtliche Unterstützung erfährt.

Dies ermutigt immer mehr Unternehmen (und Verbraucher), sich durch Lösungen wie Präzisionslandwirtschaft, pflanzliche Proteine, Fermentation, Methanreduzierung oder lokale Produktion und lokaler Konsum um den Erhalt der Artenvielfalt und robuster Ökosysteme zu bemühen. Unternehmen, die diesen „grünen Zug“ verpassen, werden unweigerlich ins Hintertreffen geraten. Gleichzeitig werden Unternehmen, die in der Lage sind, rechtzeitig und innovativ Lösungen für diese Herausforderungen bereitzustellen, langfristig besser abschneiden. Nachhaltigkeit ist der entscheidende Differenzierungsfaktor für jedes Unternehmen, das in der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft tätig ist. In den letzten zehn Jahren ist überdeutlich geworden, dass Klimawandel und Nachhaltigkeit ein struktureller Trend sind, der nicht mehr wegzudenken ist.

Es ist jedoch wichtig, im Auge zu behalten, dass es neben den unmittelbaren nachhaltigen Faktoren eine Vielzahl anderer Trends gibt, die diesen Sektor als Ganzes parallel beeinflussen. Zum Beispiel stellen wir fest, dass die COVID-Pandemie einige Schlüsselthemen deutlich in den Vordergrund gerückt hat, wie z.B. Gesundheit, Wellness, Automatisierung, Verpackung und Kreislaufwirtschaft. Hinzu kommt, dass die Verbraucher zunehmend Nahrungsergänzungsmittel fokussieren. Infolgedessen werden wir zunehmende Wechselwirkungen zwischen Gesundheit und Ernährung sehen. Andererseits beobachten wir auch, wie Landwirte sich mehr Gedanken über sicherere Arbeit und den Schutz der Umwelt machen und zunehmend Techniken der Präzisionslandwirtschaft einsetzen.

Obwohl der geographische Aspekt durchaus relevant ist, betrachten wir den Standort eines Unternehmens nicht unbedingt als Ausgangspunkt für einen Anlageprozess. DPAM zieht es vor, sich stattdessen auf Wachstumsthemen zu konzentrieren. Allerdings scheinen die einzelnen Themen gewisse geografische Tendenzen aufzuweisen. Wenn wir uns zum Beispiel die Präzisionslandwirtschaft ansehen, liegen US-Unternehmen eindeutig an der Spitze. Darüber hinaus sollten US-Ammoniak-/Stickstoffunternehmen mit ihren gut entwickelten Logistiknetzwerken in der Lage sein, besser von der Wasserstoffwirtschaft zu profitieren, da Ammoniak ein besserer Wasserstoffträger ist und zu sichereren und einfacheren Lager- und Transportmöglichkeiten führt. Im Gegensatz dazu ist Europa innerhalb des Gesundheits- und Wellness-Trends der klare Outperformer. Das europäische Know-how lässt sich am besten im Bereich der Fermentation veranschaulichen, das von der Substitution synthetischer Inhaltsstoffe bis zur Entwicklung neuartiger Inhaltsstoffe für Verpackungslösungen reicht. Diese wiederum sind in den USA recht begrenzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft dem gut informierten Anleger eine Fülle von Möglichkeiten bietet. Da er an der Spitze der aktuellen nachhaltigen Revolution steht, schafft es der Sektor als Ganzes, eine bemerkenswert einzigartige Konvergenz von soliden Finanzerträgen, innovativen Chancen und ethischen Anlagemöglichkeiten zu bieten. Folglich bilden ein diversifizierter Ansatz über die gesamte Agrarwertschöpfungskette sowie der Fokus auf Nachhaltigkeit und andere wichtige Wachstumsthemen eine hervorragende Grundlage für den Aufbau eines gut diversifizierten Portfolios.

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