Licht am Ende eines langen Tunnels

 

  • Berliner BIP könnte 2021 um gut 3% steigen
  • Gesundheits- und Digitalwirtschaft stemmen sich gegen den Trend und stellen Personal ein
  • Arbeitslosenquote stagniert im Februar bei 10,6% (211.918 Arbeitslose)
  • Berliner Gastgewerbe erleidet Umsatzeinbruch um rund 50%

Die Investitionsbank Berlin (IBB) hält in diesem Jahr ein Wachstum der Berliner Wirtschaft um gut 3 % Prozent gegenüber dem Vorjahr für möglich. Vor dem Hintergrund der Covid-19-Krise war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 stark eingebrochen. Impffortschritte und die günstigere Witterung sollten ab dem Frühsommer die epidemiologische Lage weiter beruhigen und bei den Konsumenten und der Berliner Wirtschaft für kräftigen Rückenwind sorgen. Eine erhöhte Nachfrage aus den USA und die rasche Erholung der Wirtschaft in China werden sich im Laufe des Jahres zudem positiv auf die Berliner Industrie und die angrenzenden Dienstleistungsunternehmen auswirken. Für die tourismusnahen Branchen kann in diesem Jahr jedoch noch keine Rückkehr zur Normalität erwartet werden.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB: „Seit einem Jahr befindet sich die Berliner Wirtschaft im Ausnahmezustand, und das Licht am Ende eines langen Tunnels ist nur schwach zu sehen. Die Krise hat aber auch gezeigt: Die Ausrichtung der Wirtschaft auf innovative Zukunftsfelder hat sich als grundsätzlich richtig erwiesen. Vor allem die starke Gesundheits- sowie die Digitalwirtschaft stabilisieren in der Krise.“

Berlin hat viele wirtschaftlich starke Standbeine

2020 verzeichneten neben der auch pandemiebedingt starken Gesundheitsbranche vor allem die Branchen Informationsdienstleistungen (+11,5%) und Informationstechnologie (+3,0%) deutlich steigende Umsätze gegenüber dem Vorjahr. Ebenso stemmen sich Post- und Kurierdienste (+14,8%), Architekturbüros und Labore (+2,8%) sowie Unternehmensberatungen (+7,8%) gegen den Trend. Die Umsätze im stark getroffenen Berliner Gastgewerbe sanken dagegen um die Hälfte (-49,9%). Aufgrund des wiederholten Stillstands des nationalen und internationalen Tourismus brachen die Gästezahlen um knapp 65% ein.

Industrieprodukte auch in der Krise stark gefragt

Die hoch spezialisierten Berliner Industrieprodukte waren auch in der Krise gut gefragt, insbesondere die traditionell starke Pharmaindustrie und die Elektroindustrie. So konnten die Berliner Industrieunternehmen 2020 ihre Umsätze um 2,1% steigern. In Deutschland fielen sie dagegen um 8,7%. Auch das Bauhauptgewerbe konnte die Umsätze um 6,6% auf 4,8 Mrd. EUR steigern.

Beschäftigungsaufbau erstaunlich widerstandsfähig

Trotz der Krise liegt der Berliner Arbeitsmarkt mit einem Zuwachs der sozialversicherungspflichtig  Beschäftigen von 0,2% weiter über dem bundesdeutschen Schnitt (-0,2%). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Dezember 2020 im Jahresvergleich noch einmal um 3.760 auf 1,56 Mio. gestiegen. Zurückzuführen ist der Zuwachs unter anderem auf das Baugewerbe (+1.358 Beschäftigte) und den Bereich Information und Kommunikation (+5.782). Im Gastgewerbe sind dagegen fast 12.500 Arbeitsplätze wegefallen. Insbesondere durch das erneute Herunterfahren der Wirtschaft im Winter zogen die Arbeitslosenzahlen wieder an. Im Februar 2021 wurden insgesamt 211.918 Erwerbslose gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,6% (Deutschland: 6,3%).

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