Tierwohl und Naturschutz gehören zusammen

Der Gegenvorschlag des Bundesrates zur Massentierhaltungsinitiative käme dem Tierwohl zugute. Hingegen verpasst er die Gelegenheit, auch das mit den Tierbeständen verbundene Problem der Stickstoffbelastung anzugehen. Pro Natura fordert in ihrer Vernehmlassungsantwort einen Gegenvorschlag, der sich auch an den Umweltzielen der Landwirtschaft orientiert.

Die Schweiz importiert für ihre rund drei Millionen Kühe, Rinder und Schweine viel Kraftfutter aus dem Ausland. Dies führt zu einem riesigen Überschuss an organischen Düngern und schafft ein weiteres Problem: Wenn Harn mit Kot und Luft in Kontakt kommt, verflüchtigen sich grosse Mengen des darin enthaltenen Stickstoffs in Form von Ammoniak. Praktisch alle Hoch- und Flachmoore der Schweiz sind heute durch übermässige Stickstoffeinträge aus der Luft zum Teil massiv beeinträchtigt. 95 Prozent der Schweizer Wälder sind mit Stickstoff überdüngt.

Mehr Ammoniak
Pro Natura hat untersucht, ob der Gegenvorschlag des Bundesrates zur Massentierhaltungsinitiative die Stickstoffproblematik der Schweizer Landwirtschaft entschärfen könnte. Fazit: Der Gegenentwurf bringt für die Tiere einige begrüssenswerte Verbesserungen, für die Umwelt jedoch ist er klar negativ. Nach Einschätzung von Pro Natura würden sich mit dem Gegenvorschlag die Ammoniakemissionen sogar erhöhen.

Kein Beitrag an eine naturverträglichere Landwirtschaft
«Der Bundesrat muss nachbessern», sagt Marcel Liner, Landwirtschaftsexperte bei Pro Natura. «Ohne Angaben zur Stickstoffproblematik steht sein Gegenvorschlag im Widerspruch zu den Zielen, die er selber für die Agrarpolitik 22+ festgelegt hat – nämlich eine Reduktion der Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft bis 2030 um mindestens 20 Prozent gegenüber 2015.»

Tierbestände müssen Thema werden
Pro Natura fordert einen Gegenentwurf zur Massentierhaltungsinitiative, der die Weichen so stellt, dass der mit der Nutztierhaltung verbundene Stickstoff- und Ammoniakausstoss der Landwirtschaft sinkt. Vordringliche Themen sind die Senkung der Tierbestände in den Problemregionen, eine Limitierung der Fütterungen mit Kraftfutter sowie Regeln zum Import tierischer Produkte.

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