Raus in den Garten – Nachhaltig gärtnern im grünen Wohnzimmer

Gartenliebhaber zieht es im Frühling und Sommer in die gut ausgestatteten Gärtnereien und Fachmärkte. Manch einer möchte sein grünes Wohnzimmer erblühen lassen, andere decken sich mit Kräutern, Obst- und Gemüsepflanzen für die Selbstversorgung ein. Hier wird vielfach auf herkömmliche, kostengünstige Kunststoffprodukte zurückgegriffen. Gefäße zur Pflanzenanzucht, Pflanztöpfe mit vorgezogenen Gemüse- und Blumen-Setzlingen, Mulchfolien zur Unkrautunterdrückung oder auch Materialien um Pflanzen anzubinden oder zu transportieren, werden meist nur kurz genutzt, übrig bleiben große Müllmengen. Anhaftende Verschmutzungen erschweren bei diesen Einwegprodukten das Recycling, mit Kunststoffen verunreinigtes Pflanzenmaterial kann nicht kompostiert werden. Biologisch abbaubare Materialien und reine Naturstoffe sind gerade in naturnahen Bereichen wie Hausgärten die bessere Wahl, sie lassen sich in den Naturkreislauf zurückführen.

Pflanzenanzucht

Anzuchttöpfe aus Altpapier, Eierkartons oder Toilettenpapierrollen können mit wenigen Handgriffen selbst hergestellt werden, das Material dafür hat man meist daheim. Auch der Handel bietet vielfältige und nachhaltige Alternativen an. Es gibt Anzucht- und Pflanzentöpfe aus Recyclingpapier oder Fasern (Holz, Hanf, Wiesengras, Miscanthus, Kokos, Jute, Sisal oder Bambus), die nach Verwendung verrotten. Daher müssen sie vor der Auspflanzung nicht entfernt werden. Es gibt auch wiederverwendbare Anzuchtschalen aus Naturkautschuk, die zwar kostenintensiver sind, aber dafür sehr langlebig. Auch Anbindematerialien aus Pflanzenfasern oder Pflanzenclips aus biologisch abbaubaren Kunststoffen müssen bei Entsorgung der Pflanzen nicht aufwendig entfernt werden. So wird das Müllaufkommen deutlich reduziert.

Anleitungen für selbst gemachte Anzuchttöpfe finden Sie unter https://www.carmen-ev.de/stoffliche-nutzung/haus-garten/3444-diy-selbstgemachtes-fuer-haus-und-garten .

Geräte aus Metall und Holz

Gartengeräte aus Metall und Holz sind robust und gut zu reparieren. Wer seine Hände vor Schmutz und Scheuerstellen schützen möchte, kann Gartenhandschuhe aus Bio-Baumwolle, mit fair gehandeltem Naturkautschuk verstärkt, benutzen. Gummistiefel aus Naturkautschuk haben einen höheren Tragekomfort als Stiefel aus Kunststoff. Das Material ist nachwachsend und langlebig und bleibt auch bei Kälte elastisch.

Erfolgreich gegen Unkraut

Um die Bodentemperatur und -feuchtigkeit zu erhöhen, das Unkrautwachstum zu reduzieren und den Pflanzenwuchs zu fördern, können Mulchfolien eingesetzt werden. Sie sollten biologisch abbaubar und auf Stärkebasis hergestellt sein, denn nur dann können sie im Beet verbleiben. Die richtige Wahl trifft hierbei, wer auf die Zertifizierung achtet und nur Produkte mit den Angaben „DIN geprüft bioabbaubar im Boden“ von DIN CERTCO oder „OK biodegradable soil“ von TÜV AUSTRIA kauft. Diese Zertifizierungen gewährleisten außerdem, dass in den Produkten keine für die Umwelt giftigen Stoffe enthalten sind.

Für die Bepflanzung von Hängen gibt es biologisch abbaubares Gewebe und Vliese aus Biokunststoffen oder Pflanzenfasern. Sie zersetzen sich, wenn die Pflanzendecke nach etwa zwei bis drei Jahren geschlossen ist. Für Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe sind sie durchlässig.

Robuste Folien

Holz-Hochbeete, Gartenteiche und Wasserläufe erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Sie müssen allerdings mit Folie ausgekleidet werden. Hier bietet sich eine EPDM-Folie an, die aus synthetischem Kautschuk besteht und keine Weichmacher oder andere Schadstoffe an Pflanzen oder Fische abgibt. Zudem ist sie besonders langlebig und UV-beständig.

Torffrei gärtnern ist Klimaschutz

Torf sollte in Gärten oder für Balkonpflanzen keine Verwendung finden. Torf ist ein fossiler Rohstoff, der aus trockengelegten Mooren abgebaut wird, die dann als Kohlendioxid-Speicher und Lebensraum verloren gehen. Wenn Erde gekauft wird, sollte sie eindeutig als „torffrei“ oder „ohne Torf“ deklariert sein. Kompost, Rindenhumus und Holzfasern können geeignete Ersatzsubstrate sein, die gut selbst herzustellen sind oder regional bezogen werden können.

Über den C.A.R.M.E.N. e.V.

C.A.R.M.E.N. e.V., das Centrale Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk, wurde 1992 gegründet und ist die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, Erneuerbare Energien und nachhaltige Ressourcennutzung.

C.A.R.M.E.N. e.V. bündelt Informationen und bietet kostenfreie, neutrale Beratung für alle Interessengruppen. Das Netzwerk ist Teil des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe (KoNaRo) in Straubing.

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