Solidarität und Rücksichtnahme im Verkehr – Mehr Platz für Schwächere und Geschwindigkeitsbegrenzungen

Zur Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den mit der Corona-Krise verbundenen Einschränkungen im Alltag erklärt Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): 

„Die nächsten Wochen und Monate sind eine Zeit der Solidarität und Rücksichtnahme. Vor allem die Schwächsten in der Gesellschaft gilt es zu schützen. Rücksichtnahme ist auch in einem der Gebiete gefragt, in dem sich die Menschen trotz der Einschränkungen weiterhin begegnen werden: im Verkehr. Auch Menschen, die aus verständlichen Gründen den öffentlichen Verkehr aktuell meiden und kein Auto besitzen, müssen gut und sicher an Ihr Ziel kommen. 

Wir brauchen eine Mobilität, die das Miteinander in den Vordergrund stellt. Im städtischen Verkehr besteht jetzt die Möglichkeit für mehr Sicherheit: mehr Raum für schwächere Verkehrsteilnehmer und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Der BUND plädiert für eine sofortige Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften auf 30 Kilometer pro Stunde. Gleichzeitig müssen die Städte prüfen, ob sie in der jetzigen Situation auf mehrspurigen Straßen eine Spur für Zweiräder reservieren. Mit mehr und sicherem Radverkehr schaffen wir beides: in Zeiten von Corona gut mobil sein und die Empfehlungen zum Social Distancing zu befolgen. Zugleich tun wir etwas gegen den Ausstoß von Treibhausgasen, Feinstaub und Stickoxiden.

Um die Krankenhäuser und vor allem deren Intensivstationen zu entlasten, sollte zur Vermeidung schwerer Verkehrsunfälle auch die Geschwindigkeit auf Autobahnen und Bundesstraßen reduziert werden. Auch das trägt zur Entlastung der stark geforderten Krankenhäuser bei. So können die Intensivstationen für diejenigen frei bleiben, die sie in den nächsten Wochen möglicherweise dringend brauchen. Wir erleben seit Tagen eine Entschleunigung des Lebens. Das kann helfen, Verhaltensweisen zu hinterfragen, sie zu ändern und zu einem Wandel zu kommen.“

Hinweis: Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus ergreift auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) alle notwenigen Vorsichtsmaßnahmen. So arbeiten die Mitarbeiter*innen verstärkt im Home-Office und nutzen Telefonkonferenzen und digitale Medien für die Kommunikation. Wir alle tragen Verantwortung im Kampf gegen eine weitere Verbreitung der Krankheit. Gesamtgesellschaftliches Handeln ist das Gebot der Stunde. Von diesem Bewusstsein lassen wir uns stets auch bei unserem Einsatz für den Umwelt- und Naturschutz leiten. Trotz Corona-Krise ist es daher wichtig, dieses Engagement unter Berücksichtigung der gebotenen Vorsichtsmaßnahmen fortzusetzen. Auch die Klimakrise und das Artensterben sind weltweite Krisen, die nicht aus dem Blick geraten dürfen. Umwelt- und Naturschutz betreffen uns alle unmittelbar. 

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