Aldi Talk gewinnt den diesjährigen connect-Test von Mobilfunk-Discountern

Welcher deutsche Anbieter von Discount-Mobilfunktarifen bietet die beste Leistung? Dieser Frage sind connect und sein langjähriger Partner umlaut (der bisher unter dem Namen P3 communications firmierte) in einem aufwendigen Test nachgegangen. Mit seinem bewährten Crowdsourcing-Verfahren und der sorgfältigen Analyse von über 1,6 Millionen einzelnen Messwerten stellte umlaut fest: Die besten Übertragungsraten verbunden mit überzeugender Netzabdeckung bietet der Provider Aldi Talk und erhält dafür die Note „sehr gut“. Mit der Note „gut“ schneiden Drillisch und 1&1 (jeweils im Telefónica-Netz) sowie die Anbieter Otelo und Blau ab.

Mit ihren Discount-Angeboten unterbieten Provider wie 1&1, Aldi Talk, Blau, Drillisch, Klarmobil, Mobilcom-Debitel oder Otelo die Mobilfunk-Originaltarife der Netzbetreiber Telefónica (O2), Telekom und Vodafone zum Teil deutlich. Aber bieten sie dafür auch gute Leistungen? Dieser Frage sind connect und umlaut bei ihrem jüngsten Discounter-Test nachgegangen.

Die beste Bewertung im Test erhält Aldi Talk mit der Note „sehr gut“. Auf Platz Zwei folgt der zur Unternehmensgruppe 1&1 zählende Anbieter Drillisch, der im Markt mit Marken wie Simply, Smartmobil, WinSIM, Yourfone und einigen weiteren vertreten ist. Platz Drei erzielt 1&1 mit seinen Angeboten im Netz von Telefónica. Platz Vier geht an Otelo, das hauseigene Discount-Angebot von Vodafone. Und Platz Fünf an Blau, die eigene Discount-Marke von Telefónica/O2, in der in der Vergangenheit auch die ehemaligen Angebote Base und Simyo aufgegangen waren. Mobilcom-Debitel erhält für seine Offerten in den Netzen von Vodafone und Telekom die Note „befriedigend“.

Telefónica ist „Bester Netzbetreiber für Discount-Angebote“

Grundsätzlich nutzen auch die Discount-Angebote die drei deutschen Mobilfunknetze. Wie gut die Mobilfunk-Versorgung ist, hängt also davon ab, ob sich die vom Spar-Anbieter gelieferte SIM-Karte ins Netz von Telefónica/O2, der Telekom oder von Vodafone einbucht. Dabei zeigte der diesjährige Test deutlich: Galt O2/Telefónica bisher als mit Abstand am schlechtesten ausgebaut, haben sich die Verhältnisse in den letzten Monaten geändert. Mit Ausnahme des Angebots von Otelo nutzen alle mit „sehr gut“ oder „gut“ bewerteten Provider das Netz von Telefónica. Deshalb vergibt connect dem Telefónica-Netz auch das Prädikat „Bester Netzbetreiber für Discount-Angebote“

Hakan Ekmen, CEO Telecommunication von umlaut: „Unsere Crowdsourcing-Analysen zeigen, dass Telefónica in jüngster Zeit viel Geld und Mühe in den Ausbau seines Netzes investiert hat. Die mit unserem Verfahren ermittelten Datenraten und Netzabdeckungen haben sich gegenüber den Vorjahren deutlich verbessert.“

Discount-Angebote nur mit gedrosselten Datenraten

Was Interessenten allerdings wissen müssen: Alle Mobilfunk-Discounter drosseln bei ihren Angeboten die Datenraten – typischerweise auf 21,6 Megabit/Sekunde, manche auf 50 Megabit/Sekunde. Demgegenüber bieten die teureren Netzbetreiber-Tarife oft 150 Megabit/Sekunde oder deutlich mehr. Bei den Discountern geht es also in der Regel etwas langsamer zu. Doch wer damit leben kann, spart unter Umständen einiges an monatlichen Gebühren.

Zunehmend wichtig wird jedoch, dass auch Discounter-Angebote das schnelle und gut ausgebaute LTE-Netz nutzen dürfen. Das trifft für alle mit „sehr gut“ und „gut“ bewerteten Angebote zu – nicht jedoch für die ebenfalls getesteten Angebote von 1&1 und Klarmobil im Vodafone-Netz. Beide erreichen in der connect-Bewertung nur noch die Note „ausreichend“.

Bernd Theiss, Leiter Test und Technik bei connect, erklärt, warum die Berechtigung zur LTE-Nutzung schon heute wichtig ist: „Die Netzbetreiber sind dabei, zunehmend Frequenzen von der älteren UMTS-Technik, auch 3G genannt, für die Nutzung mit LTE beziehungsweise 4G umzuwidmen. Bis 2021 wollen die meisten Betreiber UMTS/3G komplett abschalten. Doch schon vorher werden die Versorgung und die Kapazitäten bei dem älteren Netzstandard absinken. Deshalb sollten auch Discount-Kunden darauf achten, dass sie das LTE-Netz nutzen können.“ Wo dies nicht der Fall ist, fordert connect die betroffenen Anbieter auf, dies zeitnah zu ändern. Sonst lautet die Empfehlung der Redaktion an die Mobilfunk-Kunden, gegebenenfalls rechtzeitig den Anbieter zu wechseln.

Beim Crowdsourcing ist die statistische Belastbarkeit entscheidend

Ausgewertet wurde für den Test der Zeitraum zwischen 8. April und 22. September 2019. Die durchgeführten Analysen basieren auf Messwerten, die Smartphones während der alltäglichen Nutzung einiger hundert Apps nach Einverständnis-Erklärung ihrer Nutzer im Hintergrund sammeln und von Zeit zu Zeit an die Server des Netztest-Spezialisten umlaut anonymisiert übertragen. Dafür werden pro Report nur wenige Bytes gemeldet, sodass die Datenerfassung die Mobilfunktarife der Nutzer kaum belastet.

Auf diese Weise entsteht eine umfangreiche Datenerhebung über den Netzempfang sowie die tatsächlich für den Nutzer verfügbaren Datenraten in Download- und Upload-Richtung. Die Crowdsourcing-Experten von umlaut legen für ihre Auswertung dann über ganz Deutschland ein Raster sogenannter „Evaluation Areas“ (Auswertungs-Zonen) – Quadrate mit einer Kantenlänge von zwei Kilometern – und bewerten die für jede dieser Zonen gesammelten Nutzungsdaten mit ausgefeilten Analysemethoden.

Um statistisch belastbare Aussagen treffen zu können, muss dabei für jedes der Quadrate eine Mindestanzahl an Messwerten für alle im Test bewerteten Netzdienste zur Verfügung stehen. Da die Tester aus den bereits angeführten Gründen in diesem Jahr verstärkten Wert auf LTE-Versorgung legten, konnten für einige Anbieter beziehungsweise Kombinationen aus Anbietern und Netzen diesmal keine Ergebnisse ermittelt werden. Nicht im Testfeld berücksichtigt wurden deshalb Congstar – das Discount-Angebot der Deutschen Telekom – sowie SIM-Karten von Mobilcom-Debitel im Telefónica- und von Klarmobil im Telekom-Netz.

Über umlaut

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